Döppekooche – ein genau(er)es Rezept

Ich hatte bereits im Dezember 2019 hier schon in der Reihe “Em Derfje” darüber geschrieben, wie man einen vernünftigen Döppekooche, oder “Dibbelabbes” (wie die Saarländer sagen) zubereitet.
Für den Laien und Nichteingeweihten ist dieses Rezept jedoch etwas zu vage, deshalb hier nochmals ein genaueres.

Gleich eins vorweg… man nennt das Gericht Döppekooche und bitte nicht Topfkuchen! (!!)

Wie auch immer und gleich noch eins vorweg, wem fettiges Essen zuwider ist, für den ist das hier nichts!
Döppekooche liebt man, oder man hasst ihn! So einfach ist das. Es gibt keine Nuancen dazwischen.
Wobei ich persönlich niemanden*inn kenne, der Döppekooche nicht mögen würde.

Döppekooche wird traditionell in einem ausreichend großen gußeisernen Bräter gebacken. Alles andere ist Tinnef!

Ferner ist darauf zu achten, dass die Kartoffelmasse nicht zu früh zubereitet wird. Es gibt wirklich nichts grässlicheres als später einen fertig gebackenen “grauen” Döppekooche anschauen und dann auch noch essen zu müssen.
Dann sollte er auch nicht zu hoch werden. Fünf bis sechs Zentimeter, die später beim Ruhen noch etwas “eingehen”, sind meiner Meinung nach ideal. So hat man eine wunderbare “Kurscht” (Kruste), die Kartoffelmasse ist durch und Speck und Würstchen darin auch wirklich lecker.

Natürlich gibt es wahrscheinlich tausend(e) Rezepte wie man einen Döppekooche zubereiten kann, aber so machen wir’s!

Was braucht es also für einen Bräter (30cm im Durchmesser) Döppekooche?

12 mittelgroße bis große Kartoffeln, 1 1/2 Brötchen (frisch oder vom Vortag), Milch zum Einweichen des Brötchens, 4 geräucherte Mettwürstchen, 10 Scheiben geräucherter Speck (Dörrfleisch), Salz, Pfeffer, Muskatnuss, 2 Zwiebeln, 2 Eier, Pflanzenöl (z.B. ein hochwertiges Sonnenblumenöl)

Was getan werden muss!

  1. Ofen auf 200°C Ober-/ Unterhitze bringen!
  2. das Brötchen hälften und in Milch einlegen, die Kartoffeln schälen und anschließend grob in eine ausreichend große Schüssel reiben, Zwiebeln schälen und nicht ganz so klein würfeln
  3. Mettwürstchen in ca. 1cm dicke Scheibchen schneiden
  4. den Boden des Bräters mit dem geräucherten Speck auslegen und anschließend soviel Öl einfüllen, dass der Boden leicht bedeckt ist
  5. das in Milch eingelegte Brötchen gut ausdrücken, die Milch kann entsorgt werden
  6. die zwei Eier und das Brötchen und die Zwiebel in die Kartoffelmasse geben und (am besten mit den Händen) vermengen
  7. jetzt wird die Masse mit Salz und Pfeffer gewürzt und hier OBACHT! Nicht zu viel Salz zugeben! Abschmecken ist wichtig!
    Die Masse ist ideal, wenn man das Salz leicht herausschmeckt. Mit dem Pfeffer sollte man ebenfalls vorsichtig sein.
  8. jetzt wird noch eine gute Prise Muskat frisch in die Masse gerieben
  9. anschließend werden die Mettwurstscheibchen untergehoben und die Masse in den Bräter gegeben
  10. falls noch ein paar Scheibchen Dörrfleisch übrig sind, können sie – quasi als Krönung des Ganzen – oben auf die Masse aufgelegt werden
  11. noch etwas Öl auffüllen, so dass es leicht auf der Masse steht.
  12. nun geht der Bräter erstmal für 2 1/2 Stündchen bei 200°C in den Ofen. Nach 2 Stunden (und natürlich zwischendurch) kann man mal nachschauen wie er wird, bzw. geworden ist… der Döppekooche.
    (Bei uns brauchte er die komplette Zeit, wobei wir den Ofen für die letzte viertel Stunde ausschalteten und “de Kooche” noch etwas ruhen ließen)

Zum Döppekooche passt natürlich wunderbar ein guter Federweißer, ein Glas Weißwein oder schlicht und ergreifend ein kühles Glas Bier.

… und danach (natürlich) ein Schnaps!

N Goode!

Anm.: Sollte noch etwas vom Kooche übrig sein, dann kann er am nächsten Tag nochmals in einer Pfanne gebraten werden und schmeckt – wie man sagt – noch besser.

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