Em Derfje: Mir essen Döbbekooche!

Hier lest ihr die Beschreibung einer Kochaktion vor (sehr) vielen Jahren.
Und weil es zu dieser Zeit noch keine „Smartphones“ gab, gibt es natürlich auch keine Fotos von diesem senationellen „Event“.
Nachfolgend seht ihr aber das „Original Rezept“, so wie ich es wohl kurz vor der Aktion von meiner Mutter diktiert bekam. Und wie das nunmal immer bei guten Rezepten so ist, muss man sich die Hälfte hinzudenken.

„Datt wääß moa ewe!“

Wie man sieht, passt das komplette Rezept für den original Wollendorfer Döbbe- oder Döppekooche (oder Debbekooche) auf einen kleinen Zettel.

Ich habe keine Ahnung wie Frauen dieses äußerst schmackhafte und überaus köstliche Gericht zubereiten, Duddel (ein Freund aus alten Tagen) und ich machten es vor sehr vielen Jahren wie folgt.

1) Zunächst tranken wir auf unser Vorhaben ein Bier und schälten die Kartoffeln, die wir gleich darauf von Hand rieben (bloß nicht so eine neumodische Küchenmaschine nutzen!!!)… etwas Blut von den Fingerknöcheln verfeinert dieses Mahlzeit ungemein (dachten wir).

2) Danach wurde die Kartoffelmasse mittels eines – wenn möglich – sauberen Küchenhandtuches vom überschüssigen Wasser befreit, also ausgewrungen.

(!!!) Nach dieser Arbeit war ein Bier und gegenseitiges und kräftiges Schulterklopfen angesagt.

3) Jetzt war es an der Zeit die erste Lage des Dörrfeisches feiner Scheiben in den gusseiseren Bräter (die uralten Bräter sind die besten!!! Es soll natürlich auch Leute geben, die versuchen einen Döppekooche in T…erwarenbehältern zuzubereiten… vergesst es!) einzubringen und es – das Dörrfeisch – mit einem gehörigen Schuss Öl zu ertränken.
Anm.: An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass Leute mit einer Ölophobie dieses Gericht lieber vergessen sollten.

4) Wer mag kann natürlich auch noch kleingeschnippelte „Mettwerschtjer“ in die Masse eingeben… auch sehr lecker. Quatsch „kann“… Mettwerschtjer sind ein MUSS!!!

5) Dann kam die Kartoffelmasse, die durchaus mit ein paar Speckwürfelchen angereichert sein darf, in den Bräter.

6) Zu guter Letzt krönten wir das Ganze mit ein paar Scheiben Dörrfeisch und füllten noch soviel Öl nach, bis die ganze Masse von Öl bedeckt war. (Keine Angst, das Öl verschwindet wieder… irgendwie.)

7) Den Backofen hatten wir natürlich schon längst auf gut 200° Celsius hochgeheizt, er war bereit.

(!!!) Bevor wir nun den Bräter feierlich in die Röhre schoben, stießen wir auf unseren bisherigen Erfolg an… alles hatte super geklappt.

8) Also rein mit unserem ersten Döppekooche! Übrigens muss der Kawenzmann dann gute zwei bist zweieinhalb Stunden im Backofen verbringen, bevor er fertig ist.

9) Nun war es Zeit für die wichtigste Aufgabe dieses Unterfangens… die Überwachung der Aktion!

(!!!) Wir nahmen uns also die restliche Kiste Bier, platzierten uns vor dem Backofen und warteten, schauten und staunten und tranken.
Irgendwann war er dann fertig und er schmeckte HERVORRAGEND!

Anm: Einige Leute mögen den Döppe-, Döbbe- oder Deppekooche so richtig dick… viel Kartoffelmasse und so. Wir mögen ihn lieber nur ca. 9,75 cm hoch, dafür mit einer leckeren „Kurscht“.
Klasse statt Masse!

Natürlich gibt es für Döbbekooche unzählige Rezepte und vielleicht sind auch einige davon richtig gut, aber ich schwöre… DIESES IST DAS BESTE!

Viel Spaß beim Nachkochen unn gooode Hunger!

(Beitragsfotoausleihe von „Dreiländerschmeck“ zu „Küchenjunge“ getauscht. Das kommt der Sache von damals näher.
Das Beitragsfoto musste ich mir von „Küchenjunge“ ausleihen, weil ich wie bereits erwähnt kein eigenes hatte. Sorry Leute! 🙁 Ich werde es sofort austauschen, sobald ich demnächst mal wieder einen Döbbekooche gemacht und dann auch fotografiert habe. Ich hoffe das ist okay für euch.)

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