Was Heimat sein könnte…

Als ich vor vielen Jahren (fast 20) meine alte Heimat in Richtung Eifel verließ, machte ich mir zum ersten Mal Gedanken darüber was Heimat sein könnte.

2014 schrieb ich für „Em Derfje“ den folgenden Text.

Heimat

Das mit der Heimat ist ja so eine Sache für sich…
Ist man in der Heimat, so ist irgendwie alles ganz normal.
Will heißen, man lebt, liebt, arbeitet in ihr – der Heimat – ohne sie großartig zu beachten oder es sich bewusst zu machen, dass man in ihr irgendwie (auch) gefangen ist.

Sie ist einfach da, wie alles einfach da ist was zu einer ordentlichen Heimat eben dazu gehört.
Auch die Schönheit oder die Hässlichkeit der Heimat ist einfach da ohne das man sie besonders beachten würde. Selbst die allerschönste, wunderbarste Heimat fristet oft ihr erbärmliches Dasein der Nichtbeachtung durch die, die in ihr leben.
Ist man erst einmal raus aus der Heimat, so dauert es ein paar Jahre bis man freiwillig zurückkehrt, es sei denn, man muss – wegen Diesem oder Jenem.

Aber freiwillig? In den ersten Jahren? Nachdem man sich endlich freigeschwommen hat? Niemals! Warum auch, es gibt schließlich viel zu entdecken in der neuen Heimat, zumindest in der neuen frei gewählten Region, in der man sich angesiedelt hat.
Eigentlich ziemlich Egoistisch.
Ich denke es gibt nur eine Heimat, die Erste, die Echte. Alle anderen sind wahrscheinlich nur – im besten Fall – Ersatzheimaten.
Mit der Heimat ist es wie mit der Familie, man kann sie sich nicht wirklich aussuchen. Entweder man hat Glück oder es geht schief.
Ich hatte Glück… auch mit der Heimat.

Natürlich!

In 2019 wurde ich dazu eingeladen, meine Stimme für die Stimmen der Eifel abzugeben, was mich sehr freute.
(https://www.eifelgefuehl.com/Stimme-der-Eifel/ … runter scrollen)

Ich schrieb folgendes.

„Die kochen da schon anders!“

Geboren wurde ich im rheinischen Westerwald, quasi genau gegenüber von Andernach und mit dem besten Blick aus dem Wohnzimmer meiner Eltern auf das Vulkanland.

Das Land also, wo sie – lt. meiner Oma – schon anders kochen, das sogenannte „Bims-und-Bier Land“. Getrennt durch den Rhein.
Eifel, das war in jungen Jahren in erster Linie für mich dieser einseh- und überschaubare Bereich der „Voreifel“. Von ihrer schieren Größe, Schön- und Wildheit, von ihrer unglaublichen Vielseitigkeit, ahnte ich ich den 70er Jahren noch nichts.
Wobei wir schon immer viel in der Eifel unterwegs waren, meine Eltern und ich. Viel öfter als im Westerwald, was ja eigentlich naheliegender gewesen wäre.
Besonders oft waren wir am Schalkenmehrener Maar.
Hier wurde gegrillt und relaxt, hier kam die Familie und die Verwandschaft im Sommer fast sonntäglich zusammen und hier unternahm ich wohl auch meine ersten Schwimmversuche.
Und nun lebe, liebe und arbeite ich fast schon 20 Jahre in der Eifel und verknalle mich jeden Tag ein wenig mehr in dieses wunderbare Stückchen Erde.

Eifel – das ist für mich Heimat mit allem Drum und Dran.
War es wahrscheinlich schon früher, ich wusste es damals nur noch nicht.

Tja, das ist also meine zweite Wahrheit, wenn es um die Heimat geht. Sie ist ebenso real und ehrlich wie die Erste.

In den letzten Tagen und Wochen, an denen ich mich wieder vermehrt für die Lausibar mit meiner ersten Heimat beschäftige, flammt dann und wann erneut das Flämmchen der Sehnsucht nach ihr auf.

Aber was Heimat sein könnte? Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur das.
Wenn man eine Heimat hat, dann beschert einem das ein gutes Gefühl.
Und das ist ja auch schonmal was!

In diesem Sinne

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