Ohne Hand und Fuß!

… oder eben „Hand und Fuß haben

Gestern Abend fiel mir das Buch

SCHWEIN GEHABT! Redewendungen des Mittelalters

von Gerhard Wagner in die Hand und ich schmökerte ein wenig darin.
Wir kennen sie alle, oder zumindest die meisten Redewendungen wie die obige, oder die des Buchtitels.
Aber woher sie kommen und wie lange es sie schon gibt, entzieht sich meist unserer Kenntnis.
Manche sind schon sehr alt und stammen noch aus der bunten Zeit des Mittelalters, andere wiederum sind eben noch nicht so alt wie man dies vielleicht meinen mag.
Schon als Kind lauschte ich oft, gerne und gebannt dem Burgführer, wenn sie oder er von Anekdoten und Anekdötchen des Hauses oder des Herren berichteten und natürlich auch währenddessen so manche Redewendung erklärten und zum Besten gab.
Zum Beispiel woher die Redewendung „die Kurve kratzen“ oder „auf den Hund gekommen“ stammt.

(Aber um auf die in diesem Beitrag genannte Redewendung zurückzukommen…)

„Diese Redensart geht auf eine altdeutsche Rechtsformel zurück, in der allerdings nur die rechte Hand und der linke Fuß gemeint waren.
Warum?
Ein Ritter, also ein wehrhafter Mann, war nach damaligem Verständnis nur kriegstüchtig, wenn er noch die rechte Hand und den linken Fuß besaß. Mit der rechten Hand führte er das Schwert und der Fuß, mit dem er in den Steigbügel trat um sein Pferd zu besteigen, war der linke.
Es war eine äußerst schwere, aber oft verhängte Strafe, wenn ein Missetäter dazu verurteilt wurde, eines der beiden oder gar beides abgeschlagen zu bekommen (meist an Richtstätten, wie hier im Modell 1:56 zu sehen), denn es wurden ihm auf diese Weise nicht nur Hand und Fuß, sondern auch seine Mannhaftigkeit genommen.“

Linkshänder (wie ich einer bin) taten übrigens gut daran, diese „Andersartigkeit“ zu verschweigen! Minderheiten waren gerade im Mittelalter suspekt und konnten leicht auf dem Scheiterhaufen in Flammen aufgehen.

Ein paar Anmerkungen zur „Händigkeit“ finden sich hier.

In diesem Sinne

„Ich bin Linkshänder – und welche ist deine Superkraft?“

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